Nein zum 2 Mio. Kuhstall

Pirat Marc Wäckerlin beantragt die Rückweisung des Kredits von CHF 1’922‘700 für den Umbau und die Erweiterung des Ökonomiegebäudes für den Pachtbetrieb Eschenbergstrasse 2, 8400 Winterthur GGR-Nr. 2016.122, mit folgenden Forderungen an eine überarbeitete Vorlage:

  1. Die Rendite von 3,1% darf nicht weiter sinken
  2. Es soll eine kostengünstigere Alternative gesucht werden
  3. Keine Abschreibung

Die Argumente

Selbst wenn man will, dass die Stadt Bauernhöfe unterhält, um Landwirtschaftsland kaufen zu können, sollten sie trotzdem wirtschaftlich und vernünftig betrieben werden. Auch Geschäfte der Stadt sollen nach wirtschaftlichen Kriterien getätigt werden. Kein Bauer könnte sich diesen Bau für 2 Mio. leisten, und keine Bank würde das finanzieren. Eine übliche Rendite aus dem Pachtzins wären 3,75%. Das sollte auch die Stadt bei ihren Betrieben anstreben. Doch bereits vor dem Umbau liegt die Stadt darunter. Darum sollte die Rendite steigen, sicher nicht sinken.

Wenn die Milchwirtschaft nicht rentiert (und zwar wegen den übertriebenen Regulierungen!), und der Stall nicht so viel grösser geplant werden, dass es sich rentiert, soll auf Milchwirtschaft verzichtet werden, und es soll etwas Ertragreicheres angebaut werden oder nach nach ganz anderen Alternativen gesucht werden.

Die Stadt schürt Emotionen, indem sie von der «jungen Familie» redet, der man etwas versprochen habe. Aber in dem Fall hat halt die falsche Person ein Versprechen abgegeben, wozu sie weder berechtigt noch kompetent war. Eine solche Kompetenzüberschreitung darf nicht den Entscheid des Gemeinderates beeinflussen. Es ist nicht die Aufgabe des Gemeinderats, falsche Versprechen durchzuwinken. Wenn es um Millionen Franken an Steuergeldern geht, sollten wir nicht sachlich und nicht emotional entscheiden. Die Familie wird nach diesem Umbau auf Staatkosten leben.

Von einem bürgerlichen Stadtrat erwarte ich, dass er bei politischen Entscheiden auch den finanziellen Aspekt angemessen berücksichtigt und nicht weiter über seine Verhältnisse lebt. Vom Gemeinderat erwarte ich, dass er genauer hin schaut, Widerstand zeigt, und überteuerte Lösungen nicht annimmt.

Rechnung

Rein finanziell gesehen ist das ein sehr schlechtes Geschäft: Die Stadt zahlt CHF 1‘922’700, davon kann sie sich 1,5 Mio. gleich ans Bein streichen (abschreiben). Der Pachtzins erbringt gerade mal CHF 34’000, und das nach einer Erhöhung um CHF 8’450. Allfällige Kapital- und weitere Folgekosten sind dabei noch nicht einmal berücksichtigt.

Wenn die Stadt bei einem Buchwert von CHF 831’000 noch CHF 2 Mio. investiert, dann müsste die Pacht bei einer marktüblichen Rendite von 3,75% ca. CHF 103’000 betragen!

Kein vernünftiger Mensch würde 2 Mio. investieren! Es ist die Pflicht der Stadt, mit Steuergeld noch sorgfältiger umzugehen, wie mit eigenem Geld. Der Stall ist wesentlich teurer, als wenn ein Privater bauen würde. Dieses Projekt, dieser Kreditantrag ist unwirtschaftlich und damit verantwortungslos.

Vorher

Buchwert: CHF 831’000
Pachtzins: CHF 25’550
Rendite: 3,1%

Nachher

Buchwert: CHF 2’843’700
Pachtzins: CHF 34’000
Rendite: 1,2%

Dank der Investition sinkt die Rendite von sehr tiefen 3,1% auf noch viel tiefere 1,2%! Bei einer marktüblichen Rendite von 3,75%!

Nichts tun wäre für die Stadt besser!

Post By Marc Wäckerlin (138 Posts)

Gemeinderat der Piratenpartei in Winterthur seit 2010 Vorstand Piratenpartei Winterthur Vorstand Piratenpartei Zürich Präsident FreidenkerInnen Region Winterthur

Website: → Marc Wäckerlin

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