Argumente für die Legalisierung von Cannabis

Info 17.03.2014: Der Vorstoss wurde überwiesen, bei drei Enthaltungen und 25:25 mit der Stimme der Ratspräsidentin.

Es wird knapp mit meinem Vorstoss für einen wissenschaftlich begleiteten Versuch zur Cannabislegalisierung. Daher habe ich nochmals alle Argumente dafür zusammenzustellen und den Fraktionen zukommen zu lassen.

Um es nochmals das Ziel klar zum Ausdruck zu bringen: Es geht um einen kontrollierten wissenschaftlich begleiteten Versuch, der zeigen soll, ob eine Liberalisierung einen besseren Umgang mit Cannabis ermöglichen würde. Auch danach wäre Cannabis nicht frei verfügbar, sondern man kann Regeln festlegen, wie Erwachsene Cannabis zum Eigengebrauch legal erwerben können. Das ermöglicht die bessere soziale und gesundheitliche Integration der Konsumenten, es bringt Sicherheit durch den Wegfall der Beschaffungskriminalität und es füllt sogar die Stadtkassen, da selbstverständlich Steuern auf legales Cannabis erhoben würden. Ausserdem ist nur mit einem kontrollierten Verkauf im Rahmen der Legalität ein wirksamer Jugendschutz möglich. Somit gibt es sozial, gesellschaftlich, sicherheitspolitisch und finanziell nur Vorteile.

Es gibt mittlerweile viele Beispiele, wie man Cannabis erfolgreich legalisieren kann: Colorado in den USA, Uruguay, Barcelona in Spanien, nun auch Genf. Bitte beachte auch den Bericht in der letzten Rundschau vom 15.01.2014: http://www.srf.ch/player/tv/rundschau/video/legal-kiffen?id=1a4b9ba3-d4dc-4277-861f-2d221abc6278

Zehn Argumente dafür mit dem Fazit:
Alle sind Gewinner einer Cannabislegalisierung!

  1. Menschen haben das Recht auf ihre freie Entscheidung: Der Staat hat nicht vorzuschreiben, was für Erwachsene gut ist und was nicht.
  2. Prohibition hat noch nie funktioniert und befördert nur die Kriminalität und den Schwarzmarkt.
  3. Es macht keinen Sinn, Cannabis zu verteufeln, aber Alkohol und Tabak gesellschaftlich zu akzeptieren.
  4. Legales Cannabis fördert die Gesundheit und reduziert Drogentote:
    1. Verkaufte Produkte haben eine garantierte und geprüfte Qualität.
      Man kann sogar auf den THC-Gehalt Einfluss nehmen, während man beim Dealer nicht weiss, was man bekommt.
    2. Nur mit einem legalen und kontrollierten Verkauf ist Jugendschutz möglich. Gerade bei Jugendlichen ist das Risiko einer Schizophrenie bei starkem Cannabiskonsum höher, als bei Erwachsenen. Der kontrollierte Verkauf ermöglicht die Durchsetzung eines Mindestalters.
    3. Konsumenten kaufen Cannabis nicht mehr beim Heroindealer.
    4. Man kann Konsumenten einfacher aufklären und medizinisch begleiten.
  5. Cannabiskonsumenten, die sich nicht in die Illegalität begeben müssen, können sich einfacher in die Gesellschaft und in den Arbeitsmarkt integrieren und fallen weniger ins soziale Abseits.
  6. Die Sicherheit wird erhöht, Sicherheitskosten werden gesenkt. Die Drogenkleinkriminalität entfällt. Dealen mit Cannabis entfällt.
  7. Durch den legalen Verkauf kann die Stadt Steuern einnehmen. Trotzdem bekommen Konsumenten bessere Qualität zu einem günstigeren Preis, als auf dem Schwarzmarkt.
  8. Die Stadtkasse profitiert sogar doppelt, einerseits durch Steuereinnahmen, andererseits durch tiefere soziale Kosten und tiefere Sicherheitskosten.
  9. Als wissenschaftlich begleitetes Experiment, z.B. in Zusammenarbeit mit der ZHAW ist es nach Schweizer Recht 100% legal. Die Erkenntnisse daraus werden helfen, die beste Lösung zu finden.
  10. Andere Schweizer Städte wie Genf und Zürich haben diesen Weg bereits beschritten. Wir können von diesen Erfahrungen profitieren und müssen nicht alles neu erfinden.

Nachtrag vom 17.03.2014:

Ein Beitrag im Blick zeigt: Die Kriminalisierung bringt unerwartete Gefahren. So haben Kollegen einen bewusstlosen Jugendlichen liegen gelassen, sich nicht getraut, den Notruf zu wählen, weil sie Cannabis konsumiert hatten und befürchten mussten, deswegen verzeigt zu werden. Ein offener Umgang mit Cannabis würde eine solche Situation verhindern.

Post By Marc Wäckerlin (150 Posts)

Gemeinderat der Piratenpartei in Winterthur seit 2010 Vorstand Piratenpartei Winterthur Vorstand Piratenpartei Zürich Präsident FreidenkerInnen Region Winterthur

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